Aland Inseln – ein Sommernachtstraum, Teil II

Typische Schärenküste der Aland Inseln

Einer unserer Kunden hatte dieses Jahr das Fernweh gepackt und kurzerhand mit BlueStorm und einem guten Freund das Aland Archipel, zwischen Schweden und Finnland gelegen, ersegelt. Der Törn fand im Juni 2011 statt und war nicht nur wegen des sonnigen Wetters ein voller Erfolg, sondern auch der Termin war ideal gewählt, denn noch war Vorsaison. Die meisten der vielen idyllisch gelegen kleinen Häfen waren noch nicht besucht. Man kann aber an den allgemein sehr guten Ausstattungen erahnen, dass die Alands in der Saison ein sehr begehrtes Reiseziel der Finne und Schweden sind. Doch nun zum Bericht:

Nach zügigem Trailern von Schleswig nach Stockholm, hatten wir BlueStorm über eine Slipanlagen in die Ostsee gleiten lassen. Schnell waren Verpflegung und Klamotten für zwei Wochen Wanderfahrt verstaut. Nach einer ruhigen Übernachtung durchkreuzten wir bei Schwachwind den Stockholmer Schärengarten hinaus zur Ostsee und legten direkt Kurs auf Marienhamn. Ein reger Schiffsverkehr begleitete uns, denn neben dem Frachtverkehr befinden sich auf gleicher Route auch die Fähr- und Kreuzschiffe der Ostseelinien.

Marienhamn, Zentrum der Aland-Inseln, lockt mit vielen Attraktionen. Neben der russischen Geschichte – nicht nur der Name leitet sich von dem Vornamen einer Zarin ab – ist hier auch eine maritime Schönheit in Gestalt einer der letzten berühmten P-Liner der Laeisz Reederei zu sehen – die Pommern. Sie liegt hier als Museumsschiff im Hafen fest. In unmittelbarer Nähe hatten wir zu unserer ersten Nacht in einer hervorragend ausgestatteten Marina festgemacht.

Mariehamn – das Museumsschiff Pommern

Marienhamn als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum ist der ideale Ausgangspunkt für alle weiteren Aktivitäten. Unter den endlos vielen attraktiven Zielen fiel zunächst die Wahl schwer.

Wir entschieden uns zunächst für den südlich gelegenen Schärengarten Richtung Rödhamn. Dieser wunderschöne Irrgarten vieler kleiner Inseln, die teilweise nur aus einzelnen glattgeschliffenen Felsen oder auch bewaldeten Inseln besteht, ist ein überwältigendes Segelrevier. Der variable Tiefgang von BlueStorm hätte uns so manches mal zu einer der vielen flachen Buchten locken können, doch wir wollten zunächst bei diesem Leichtwind „Strecke“ machen.

Skandinavischer ServiceBrötchentüte mit WetterdienstDas heisst, dass wir schon nach knapp 12 Seemeilen unseren gemütlichen Segeltag in einem kuscheligen kleinen Yachthafen ausklingen ließen. Weit und breit waren wir das einzige Boot am Steg. Laut Hafenmeister sollen in der Hochsaison an jeder Boje drei Boote liegen. Jetzt waren insgesamt drei Boote da! Umso besser – die Hafenmeisterin war so nett und hatte uns am Morgen ihre selbstgebackenen Brötchen an den Steg gebracht, den Wetterbericht gleich mit auf die Brötchentüte geschrieben. Liebenswerter Service – echt skandinavisch – sollte auf dieser Reise kein Einzelfall bleiben!

Ruhe, Natur und Einsamkeit, soweit Auge und Ohren reichen. Die geringe Frequentierung der Alands in der Vorsaison birgt einen hohen Erholungswert. Die herrliche Schärenlandschaft, das unbegrenzte Wandern auf den Inseln, das entspannte und geschützte Segeln zwischen den Inseln und das freundliche Wesen der Alander lassen keine Hektik aufkommen. In den meisten kleinen Häfen der Inseln gibt es zu dieser Zeit noch wenig bis keinen Service und gerechterweise wird dann auch kein Hafengeld erhoben. Geschäft ist das eine – Realitätssinn und Kundennähe das andere, da macht man den Alandern nichts vor. Einfach nur angenehm..!

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