Es geht weiter- mit BlueStorm zu den Ålands, Teil III

Nur keine Eile aufkommen lassen…!

Nach dieser Devise ließen wir die nächsten Tage angehen. Das Wetter sonnig, mit gutem NW Wind zwischen 2 und 3 Bft, die Stimmung gut – so nahmen wir Kurs auf die weiteren Inseln Føglo, Krumlinge, danach Sottunga.Landschaft und Bewuchs der Inseln ähneln einander, die Anleger alle etwas wacklig, hölzern, z.T wild romantisch. In den Häfen jedoch: Ausser uns, keiner sonst.

sotunga – eine Insel de Ålands

Sottunga wurde aus nicht näher bekannten Gründen im Krieg von den Deutschen bombardiert. Warum? Das war nicht zu ergründen und zum Fragen war niemand da. Vielleicht als Bombenzielobjekt? Nun, das ist schon alles lange her, auf die uns auch der freundliche Herr im Landhandel, ein paar Kilometer vom Hafen entfernt, keine Antwort geben konnte. Wir hatten nämlich die Gelegenheit genutzt und sind mit Fahrrädern, die freundlicherweise gratis dem „Bootsvolk“ angeboten werden, etwas über die Insel geradelt. Dabei waren uns nicht nur überraschend viele der bei uns selten gewordenen Kreuzottern begegnet, die den Straßenasphalt als Sonnenbank nutzten, sonden wir wollten durch einen Provianteinkauf unseren Speiseplan auch etwas abwechslungsreicher gestalten.

Das Seeluft hungrig macht, weiß jeder Tourensegler. Ein hungriger Segler ist zudem selten friedlich und sozialverträglich. Somit kommt dem Essen an Bord eine große Bedeutung zu. BlueStorm verfügt glücklicherweise serienmäßig über einen einflammigen Sprituskocher mit Waschbecken und kleiner Anrichte – ausreichend für das warme Magenfüllen. Jedoch immer nur Mutterns Hausmannskost aus Dosen ist auf Dauer auch keine Lösung. Nach unserem Einkauf schwelgten wir in Schmorkartoffeln mit Speck und frischem Gemüse, statt Labskaus aus Konserven.

Ein wichtiges Utensiel an Bord – der Spirituskocher

Mit unseren Kochkünsten verlangten wir dem Spirituskocher alles ab. Mit steigender Routine wurden sogar mehrgängige Menüs gezaubert, in dem wir z.B. zunächst Kartoffeln oder Reis kochten, diese dann in eine Wolldecke wickelten und danach dann in Ruhe die Hauptspeise, z.B Schnitzel, bruzelten. Den schnellen Hunger bekämpften wir zukünftig dann nur noch mit Spaghetti und Pesto – wie schnöde!

Unsere weitere Tour führte uns nach Bomarsund, über die Insel Kökar und über mehrere Ankeretappen durch den nördlichen Teil des Lumparn vorbei an der Insel Præstø. Das überaus klare Wasser und das sonnige Wetter ermutigte uns auch in der Ostsee zu baden. Doch so verlockend es auch war, das „Vergnügen“ währte nicht lang für bekennende Warmduscher, bei 12°C Wassertemperatur!

Bomarsund ist landschaftlich sehr reizvoll. Neben den eiszeitlich glatt geschliffenen Granitbrocken, wechselnd blühenden Heide- und Kiefernbständen, gab es auch etwas zu besichtigen – die russische Festung Bomarsund aus zaristischer Zeit.

Idyllische Ankerbucht auf Bomarsund

Nicht weit von unserem Ankerplatz saß ein angelnder Däne, ähnlich geschafft von seiner „anstrengenden“ Tätigkeit wie der bekannte schwitzende Tuborg Mann auf den Bierflaschen. Er fing nie etwas und lachte immer nur, wenn wir guckten, packte dann sein Zeug zusammen und verkündete “Pause!“ Dann verschwand er für ca. zwei Stunden und kam erst wieder, wenn er sich weniger beobachtet fühlte. Wahrscheinlich hoffte er, dass wir zwischenzeitlich verschwanden. Wir blieben aber gut zwei Tage, auch weil das Wetter umschlug und es zu regnen anfing.

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