BlueStorm Kokopelli – Reisebericht

Brücke Kappeln

Urlaubszeit=Segelzeit… So beginnt der Reisebericht Rund Fünen mit der BlueStorm #1, die mittlerweile unter dem Namen Kokopelli ihrem Eigner und seiner Familie als Tourenschiff viel Freude bereitet. Hier der Bericht:

Urlaubszeit = Segelzeit, bedeutet für uns, die wir im am Schwarzwald wohnen, erstmal Gespann fahren. Egal in welche Himmelsrichtung, es sind mindestens 700 km zum nächsten Meer. Dieses Jahr geht es in den Norden, an die Ostsee, die Schlei hoch, rund Fünen und dann in die Flensburger Förde.

In Schleswig ist unsere BlueStorm „Kokopelli“ schnell aufgeriggt und zu Wasser gelassen. Ein paar Meilen bis nach Missunde sind auch noch drin. Tags drauf geht es weiter auf der Schlei bis Maasholm. Bei achterlichem Wind, glattem Wasser und unter Spinnaker kratzen wir schon fast am Geschwindigkeitslimit von 8 kn.

Lindense Nor – Bukø

Eigentlich wollen wir von Maasholm nach Marstall segeln, einem Ort, der bis vor hundert Jahren das Zentrum der dänischen Handelssegelflotte war, um die es in dem Roman „Wir Ertrunkenen“ des dänischen Autors Carsten Jensen geht. Leider kommt der Wind aus der falschen Richtung und schläft dann obendrein noch komplett ein. So wird es halt Søby. Der Hafenmeister informiert beim Kassieren des Liegegelds über den Wetterbericht des folgenden Tages, W 5-6. Guter Wind um zügig zum Lindelse Nor auf Langeland zu kommen. Diese Bucht ist recht flach und unbetonnt, vorsichtig tasten wir uns rein und reduzieren bei Bedarf den Tiefgang, wenn es knapp wird. Im Lee der kleinen Insel Bukø legen wir uns auf den Strand und haben die Insel für uns allein. Weit und breit keine andere Yacht oder Menschenseele. So was geht doch nur mit einem Boot wie die BlueStorm.

Lundeborg

Weiter geht es die Ostküste Fünens hoch über Lundeborg (ein wunderschöner kleiner Hafen), unter der Storebælt Brücke durch, über Kerteminde zur Nordspitze Fünens. Die Kaprundung gestaltet sich bei NW 5-6 doch recht anspruchsvoll, auch weil uns kurz vor dem Kap der oberste Mastrutscher des Großsegels wegfliegt. Unter Motor kämpfen wir uns die letzten 6 sm gegen Wind und Wellen in die wunderschöne Bucht von Korshavn. Am Steg des Yachtclubs finden wir einen Liegeplatz, alles super, nur die 200 m bis zur Toilette sind maßlos untertrieben. Es darf nicht dringend sein. Zumindest liegt sie auf dem Weg zum Naturschutzgebiet Fyns Hoved, da kann man das Angenehme mit dem Notwendigen verbinden.

Von nun an geht es wieder Richtung Süden, in Bogense werden die Vorräte wieder aufgefüllt, weiter durch den Kleinen Belt in den Gamberg Fjord. Dort wurden früher Schweinswale abgeschlachtet zur Lampenölgewinnung, wie ein Gedenkstein am Ufer besagt. Im Windschatten des Waldes ankern wir auf 50 cm Wassertiefe und verbringen ein ruhige Nacht. Für den nächsten Tag sind stramme Winde aus westlichen bis südwestlichen Richtungen vorhergesagt. Nicht so toll um nach Assens zu kommen. Die Vorhersage stimmt auch, teilweise laufen wir nur unter gerefften Groß, ohne Fock, aber der Wind kommt eher aus West, so wird die Reise dann eher schnell als anstrengend.

Korshavn

Von Assens segeln wir bei leichtem Wind in den Sønderborg Sund. Auch hier sehen wir, wie schon an den anderen Tagen, Schweinswale. Diese sind zwar nicht so neugierig (oder verspielt) wie die Delfine im Mittelmeer, die eine Yacht schon mal für einige Zeit begleiten, aber 2 bis 3 Tiere tauchen schon mal neben dem Boot auf und holen Luft.

In der Bucht Dyvig, am Eingang des Sundes, ankern wir auf absolut ruhigen Wasser. Leider ist es recht kühl geworden und es gibt den einen oder anderen Regenschauer. Nicht so schlimm, da der Törn bald zu Ende geht. Nur noch an Sønderborg vorbei, wir schaffen die 12:00 Uhr Brückenöffnung und die Förde hochkreuzen. In Flensburg endet unser Törn. Mit dem Zug ist es nur einen halbe Stunde um Auto und Trailer aus Schleswig holen. Am frühen Nachmittag liegt die Kokopelli wieder gut auf dem Hänger.

Middelfart Assens

Frei nach dem Motto nach dem Törn ist vor dem Törn beginnen jetzt wieder die Planungen, wo es nächstes Jahr hingeht. Wir werden sehen.