Neuer BlueStorm 800 im Bau

BlueStorm 800

Das BlueStorm Konzept beruht im Wesentlichen auf der Möglichkeit, Vorstellungen des Auftraggebers mit unseren Belangen als Hersteller zu vereinbaren.

Nun stehen die Spantmodelle für die nächste BlueStorm bereit zum Aufplanken. Die guten Erfahrungen, die unser Kunde mit der Watttauglichkeit des BS 700 gemacht hatte, möchte er gern wieder im neuen Boot realisiert sehen. So wird BS 800 ebenso ein echter Jollenkreuzer werden, der, wie der kleinere, mit einem gänzlich aufholbaren Ballastschwert und Ruderanlage versehen wird. Mit dem größeren Raumvolumen, auch vom Backdeckdesign unterstützt, wünscht sich der Eigner mehr Komfort in der Innenausstattung mit Naviecke, einen festen Toilettenraum, stationäre Pantry und viel Platz für Pütt und Pann für die bevorstehenden Törns durchs Wattenmeer. Letztlich ist BS 800 eine Skalierung des größeren BS 900 mit vergleichbarem Potential aufgrund gleicher Rumpfform und ähnlichem Segelplan. Jedoch wird auf Kundenwunsch, im Unterschied zum BS 900, auf Einbaumaschine, Schwenkkiel und Doppelruderanlage verzichtet. Wie bei der BS 700 stehen auch hier einfache Trailerbarkeit, Wasserung über Slipanlagen und Einhandtauglichkeit im Vordergrund.

Der Tiefgang von 2 Metern sorgt für einen sehr hohen Stix, somit für ausreichende Seetauglichkeit. Bei aufgeholtem Ballastschwert beträgt der Tiefgang nur 35 cm. Als Antrieb genügt ein Außenborder (z.B. Yamaha 9.9PS).

WerkstattIn weiterer Planung bieten wir die BS 800 auch mit Zwillings- schwertern an. In dem Fall werden die beiden Ballastschwerter, deren Schwertkästen sich raumsparend unter den Sitzduchten befinden, nach dem Aufholen unter den Rumpf geklappt – eine Konstruktion die spürbar den Innenraum vergrößert. Ergänzend bietet sich hier ein Antrieb mit Einbaudiesel und Saildrive an.

Bei aufgeholten Ballastschwertern verringert sich der Tiefgang auf 70 cm. Sie bieten dabei eine statisch stabile Auflage beim Trockenfallen im Watt.

Impressionen aus dem Wattenmeer

Eines der schönsten Segelreviere liegt direkt vor unserer Haustür – das Wattenmeer. Nationalpark, Weltnaturerbe, Paradies für Wasservögel und Seehunde und touristische Perle mit malerischen Inseln – alles das ist unser nächstgelegenes Revier, von der Wesermündung über die ostfriesischen Inseln bis ins holländische Wattenmeer. Wer noch nie in völliger Einsamkeit auf die Tide gewartet, noch nie die unbeschreibliche Ruhe gespürt hat, in die man verfällt, wenn man kein anderes Geräusch als das Schmatzen des Schlicks hört, hat wahrlich auf eines der schönsten seglerischen Erlebnisse verzichtet.
Die folgenden Bilder aus dem Galerieordner ‘Tour Spiekeroog Juli 2014‘ und „Mit Finchen unterwegs“ lassen erahnen, wie stimmungsvoll schön eine Tour im Wattenmeer sein kann. Aber nicht nur der Naturliebhaber wird hier seine Freude finden, auch derjenige, der etwas mehr Leben und Komfort sucht, findet in den zahlreichen kleinen Häfen der ostfriesischen Inseln ein komplettes Marinaequipment für den Tagesgast wie auch längerfristigen Urlauber. Besonders die weitläufigen Strände der Inseln, die selbst in der Saison nie überfüllt sein können, vermitteln schon fast Südseefeeling. Nachahmung empfohlen!

30 Fuß BlueStorm – Rohbau bald abgeschlossen

Zug um Zug vervollständigt sich der Bau. Langsam nähert man sich den wirklich zeitintensiven Bauabschnitten, sobald die „Plattenarbeit“ abgeschlossen ist. Mittlerweile ist der Innenausbau in den größeren Abschnitten fertig. Das Mittelschiff zeigt die übliche Aufteilung in Sitzbereich und Kojen im Vorschiff.

Blickt man nach achtern, findet man an der Steuerbordseite einen großzügigen Toilettenraum mit Pump-WC, auf Wunsch des Eigners. Dieser sollte ausdrücklich nicht, wie bei vielen anderen Booten dieser Größe, ein enges „Verlegenheitskämmerlein“ werden, sondern genügt mit Pump-WC, Spiegel, kleinem Waschbecken, zu öffnendem Bulleye und kleinen Schaps auch den anspruchsvolleren Bedürfnissen weiblicher Crewmitglieder. Schließlich segelt keiner gern allein…!
Die Aufteilung der Pantry steht derzeit in der Planung. Dahinter an Backbord befindet sich eine geräumige Hundekoje, in der auch eventuell zwei Personen schlafen können. Sie sollten sich allerdings „sehr mögen“. Die Gestaltung der Hundekoje führt dazu, dass Staumöglichkeiten in der Plicht auf der Steuerbordseite untergebracht sind, genug für Leinen und Fender und sonstiges Gepäck.
Die Plicht bietet in ihrer Tiefe viel Schutz gegen Wind und Wetter, ist aber nicht zu tief für einen sicheren Blick nach vorn. Um die Plicht verläuft ein Süll, was sich ebenfalls als Schutz auf den kleineren BlueStorms bewährt hat.

In Folge des breiteren Hecks wird der 30 Fuß Bluestorm mit einer Doppelruderanlage gesteuert. Eine Einzelruderanlage hätte man zu tief dimensionieren müssen und hätte den Tiefgang von 0,9 m übertroffen. So war es jetzt nicht nötig, die Ruderblätter gegen Grundberührung klappbar zu konzipieren. Sollte BlueStorm auf geeignetem Grund trockenfallen, so steht er auf eingeholtem Schwert und den carbonverstärkten Ruderblättern auf einer sicheren Dreipunktauflage – das ideale Wattenboot. Der Saildrive befindet sich dann gut geschützt dazwischen.
Im Unterschied zum kleineren BlueStorm verfügt die 30 Fuß Variante über ein kurzes Achterdeck. Damit ist nicht nur ein Festigkeitselement verbaut, sondern es verbirgt den gesamten Rudermechanismus beidseitig der Pinne, ohne das sich darin etwaige Leinen vertüdeln könnten. Im Spiegel befindet sich mittig ein ausreichend dimensioniertes Speigatt neben zwei weiteren Abflusslöchern in den Ecken.
Mit dem Speigatt auf Bodenhöhe gewinnt man außerdem die dritte Stufe zum Einstieg über die Badeleiter, die dann nur noch zwei Sprossen haben braucht.

30 Fuß BlueStorm – der Innenausbau geht voran

Je größer das Boot, desto handlicher sind die Bauteile und desto weniger gibt es zeitraubende Fummelarbeit in engen Ecken. Der Zeitaufwand zum kleineren BlueStorm erscheint gefühlt geringer – ein Ergebnis größerer Dimensionen.

Die Raumaufteilung ist an BlueStorm 900 traditionell gehalten. Mittig der Niedergang, gedeckt durch ein Schiebeluk, steuerbords ein Toilettenraum mit Waschbecken. An gleicher Seite die Sitzduchten bis zum Mastschot. Ebenso gegenüberliegend, mit dem Unterschied, dass backbords vom Niedergang eine Pantry geplant ist. Im Vorschiff findet man eine großzügige V-Koje und davor die Segellast.

Mittig ist der Schwertkasten montiert, indem sich diesmal nur der Kopf des Ballatschwerts befindet, also im Verhältnis zum BlueStorm 700 wesentlich weniger Platz beansprucht. Dafür hat dieses Boot auch etwas mehr Tiefgang durch das außen beiklappbare Schwert. Stabilisiert wird der Schwertkasten durch eine stabile Maststütze, in der die Flaschenzugmechanik des Schwerthiederholers verborgen liegt.

Weitere Bauteile sind bereits parallel als Auftragsarbeit vergeben. Dazu gehört ein fester Klüver statt Genakerbaum, der auch praktisch als Zustiegshilfe an Deck geeignet ist. Zusätzlich eine Doppelruderanlage mit Mechanik. Diese Teile werden aus Carbon von der Firma „Spezialbootsbau“ in Hooksiel erstellt – ein sehr profesioneller und in unserer Region bekannter Betrieb.

BlueStorm Kokopelli – Reisebericht

Brücke Kappeln

Urlaubszeit=Segelzeit… So beginnt der Reisebericht Rund Fünen mit der BlueStorm #1, die mittlerweile unter dem Namen Kokopelli ihrem Eigner und seiner Familie als Tourenschiff viel Freude bereitet. Hier der Bericht:

Urlaubszeit = Segelzeit, bedeutet für uns, die wir im am Schwarzwald wohnen, erstmal Gespann fahren. Egal in welche Himmelsrichtung, es sind mindestens 700 km zum nächsten Meer. Dieses Jahr geht es in den Norden, an die Ostsee, die Schlei hoch, rund Fünen und dann in die Flensburger Förde.

In Schleswig ist unsere BlueStorm „Kokopelli“ schnell aufgeriggt und zu Wasser gelassen. Ein paar Meilen bis nach Missunde sind auch noch drin. Tags drauf geht es weiter auf der Schlei bis Maasholm. Bei achterlichem Wind, glattem Wasser und unter Spinnaker kratzen wir schon fast am Geschwindigkeitslimit von 8 kn.

Lindense Nor – Bukø

Eigentlich wollen wir von Maasholm nach Marstall segeln, einem Ort, der bis vor hundert Jahren das Zentrum der dänischen Handelssegelflotte war, um die es in dem Roman „Wir Ertrunkenen“ des dänischen Autors Carsten Jensen geht. Leider kommt der Wind aus der falschen Richtung und schläft dann obendrein noch komplett ein. So wird es halt Søby. Der Hafenmeister informiert beim Kassieren des Liegegelds über den Wetterbericht des folgenden Tages, W 5-6. Guter Wind um zügig zum Lindelse Nor auf Langeland zu kommen. Diese Bucht ist recht flach und unbetonnt, vorsichtig tasten wir uns rein und reduzieren bei Bedarf den Tiefgang, wenn es knapp wird. Im Lee der kleinen Insel Bukø legen wir uns auf den Strand und haben die Insel für uns allein. Weit und breit keine andere Yacht oder Menschenseele. So was geht doch nur mit einem Boot wie die BlueStorm.

Lundeborg

Weiter geht es die Ostküste Fünens hoch über Lundeborg (ein wunderschöner kleiner Hafen), unter der Storebælt Brücke durch, über Kerteminde zur Nordspitze Fünens. Die Kaprundung gestaltet sich bei NW 5-6 doch recht anspruchsvoll, auch weil uns kurz vor dem Kap der oberste Mastrutscher des Großsegels wegfliegt. Unter Motor kämpfen wir uns die letzten 6 sm gegen Wind und Wellen in die wunderschöne Bucht von Korshavn. Am Steg des Yachtclubs finden wir einen Liegeplatz, alles super, nur die 200 m bis zur Toilette sind maßlos untertrieben. Es darf nicht dringend sein. Zumindest liegt sie auf dem Weg zum Naturschutzgebiet Fyns Hoved, da kann man das Angenehme mit dem Notwendigen verbinden.

Von nun an geht es wieder Richtung Süden, in Bogense werden die Vorräte wieder aufgefüllt, weiter durch den Kleinen Belt in den Gamberg Fjord. Dort wurden früher Schweinswale abgeschlachtet zur Lampenölgewinnung, wie ein Gedenkstein am Ufer besagt. Im Windschatten des Waldes ankern wir auf 50 cm Wassertiefe und verbringen ein ruhige Nacht. Für den nächsten Tag sind stramme Winde aus westlichen bis südwestlichen Richtungen vorhergesagt. Nicht so toll um nach Assens zu kommen. Die Vorhersage stimmt auch, teilweise laufen wir nur unter gerefften Groß, ohne Fock, aber der Wind kommt eher aus West, so wird die Reise dann eher schnell als anstrengend.

Korshavn

Von Assens segeln wir bei leichtem Wind in den Sønderborg Sund. Auch hier sehen wir, wie schon an den anderen Tagen, Schweinswale. Diese sind zwar nicht so neugierig (oder verspielt) wie die Delfine im Mittelmeer, die eine Yacht schon mal für einige Zeit begleiten, aber 2 bis 3 Tiere tauchen schon mal neben dem Boot auf und holen Luft.

In der Bucht Dyvig, am Eingang des Sundes, ankern wir auf absolut ruhigen Wasser. Leider ist es recht kühl geworden und es gibt den einen oder anderen Regenschauer. Nicht so schlimm, da der Törn bald zu Ende geht. Nur noch an Sønderborg vorbei, wir schaffen die 12:00 Uhr Brückenöffnung und die Förde hochkreuzen. In Flensburg endet unser Törn. Mit dem Zug ist es nur einen halbe Stunde um Auto und Trailer aus Schleswig holen. Am frühen Nachmittag liegt die Kokopelli wieder gut auf dem Hänger.

Middelfart Assens

Frei nach dem Motto nach dem Törn ist vor dem Törn beginnen jetzt wieder die Planungen, wo es nächstes Jahr hingeht. Wir werden sehen.